Schredd's Australien Blog

Wednesday, December 06, 2006

Ich war am Wochenende auf der Game Connect Konferenz in Brisbane. Ein paar Erkenntnisse: Die PLAYSTATION 3 sieht in der in der Tat aus wie ein George Foreman Grill, PR Leute sollte man meiden wie der Teufel das Weihwasser und, wer hätte es es gedacht! Videospielprogrammierer sind zu 90% weiße jungfräuliche Nerds Mitte 20 – kein Wunder, dass Spiele noch bisher noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Immerhin: Irgendwas scheinen die hier richtig zu machen (was das sein mag – um das rauszufinden bin ich hier!), denn mit der australischen Entwicklerszene geht es aufwärts, die Zuwachszahlen sind im zweistelligen Bereich, viele arbeiten an eigener IP. Zwar mögen es nicht die innovativsten Produkte sein, aber die Qualität stimmt. Meistens zumindest.
Auch illustre Gäste waren anwesend, Zeno Colaco beispielsweise, Vize Präsident von Sony Computer Entertainment Europe. Ein netter Typ, nicht mal unsympathisch, nur leider dauernd umgeben von PR-Pennern, die erstmal jedes Statement abnicken müssen, damit ja die kohärente corporate message stimmt. Als seine Assistentin dann auch noch "Italian for lunch?" vorschlug, dachte ich mir, dass sich so die Öffentlich-Rechtlichen die junge, hippe Medienszene vorstellen. Immerhin, Zeno hat mir "verraten", dass die PLAYSTATION 3 ein Äquivalent zu den Gamer Points haben wird. So weit nichts neues, aber es ist ganz interessant zu sehen, wie solche Entscheidungen zustande kommen. So war Zeno einfach davon begeistert, dass sein Name bei Space Invaders in der High Score Liste stand. "My name on the screen!". Und hier bietet das Internet natürlich die Möglichkeit, diese High Score Liste weltweit zu verbreiten. Die Idee hat sich dann halt bei Microsoft das erste Mal durchgesetzt, aber der Weg dahin dürfte der ähnlich gewesen sein.
Wer mir auch noch über den Weg gelaufen ist, war der Typ, der die ganze Musik für die Crocodile Hunter Videos geschrieben hat. Und für seine Beerdigung… Ein netter Amerikaner, der mittlerweile in Coolangata lebt und anscheinend einiges erlebt hat soweit ich das aus seiner Unterhaltung mit meinem ehemaligen Dozenten Jason raushören konnte. Irgendwas war da mit Stadionauftritten… Wobei, ich merke gerade, dass eine schnelle Google Suche nach dem Typen erfolglos ist, allerdings war mein Zustand bei dem Treffen auch ein wenig desolat. Es war nämlich die Sony Cocktail Party: FREIBIER! und Schnaps. Irgendwann musste ich mich sehr zusammenreissen, denn ich war kurz davor den Punkt zu erreichen, ab dem es keine Rückkehr mehr gab, kurzum einfach total hacke zu sein und mich zu blamieren. Ab da gab es nur noch Wasser! Ausserdem ging es am nächsten Tag ja auch noch weiter und Jason wollte an der Gold Coast pennen, ergo frühes Aufstehen! Trotz all der Drinks habe ich mich übrigens nicht an den Singstar Wettbewerb getraut. Zum einen laeuft man sich ja immer zweimal über den Weg ("Weren't you the guy who made a total fool out of himself in Brisbane last year?!"), zum anderen hatte ich einfach das Gefühl, nicht textsicher genug zu sein. Vor lauter native speakern ist halt nichts mit improvisieren bzw. da ist ja immer die Gefahr, totalen Humbug zu singen – ich habe erst vor ein paar Wochen den Text von "Down Under" mal richtig zu lesen bekommen. Mit der einen oder anderen Überraschung, hat irgendwer mal das "Vegemite Sandwich" rausgehört?! In Deutschland merkt das keiner, aber hier…
Ein paar hundert Meter neben dem Laden, wo die Cocktail Party stattfand, wurde am selben Abend auch die neue Gallery of Modern Art eröffnet (Jason hat sich hier noch mit seiner Freundin getroffen). Ein schöner Bau und jede Menge selbstgefällige, prätentiöse Premierengäste. Darunter auch eine völlig weggetretene ehemalige Dozentin von mir – Svenja – übrigens wenig selbstgefällig und prätentiös, eher im Gegenteil –, welche es sich nicht nehmen lies, mich dauern zu umarmen und mir anzubieten, dass ich bei ihr pennen könne und dass wir uns mal zusammen besaufen sollten. Klasse Vorschlag (da mein Alter und wirklich niedlich. Ja, wirklich!)!
Die Tage werde ich denn auch mal ein paar ernsthaftere Reflektionen posten, die ihr dann ignorieren könnt.


Ach ja, das Auto funktioniert auch wieder. Das Problem war ein Schalter am Getriebe, der festgestellt hat, ob es in D, N, P oder R war. Und da der eben kaputt war sah es fuer den Wagen so aus, als ob es dauernd in D sein wuerde und wollte einfach nicht starten

1 Comments:

Anonymous falk said...

Super, wie am Ende fast jedes Postings immer erwähnt wird wie es dem Auto gerade geht (anfällig scheints ja zu sein, mit Verlaub gesagt).

2:59 AM  

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